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Katzenschnupfen

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"Schnupfen" - ist das nicht harmlos?

Obwohl der Name harmlos klingt, ist mit Katzenschnupfen nicht zu spaßen. Es handelt sich hierbei um einen Überbegriff für durch verschiedene Erreger ausgelöste Infektionen vor allem der Atemwege der Katze, die mit bleibenden Schäden oder tödlich enden können, teilweise bleiben angesteckte Katzen chronisch krank oder ansteckend - teilweise auch für uns Menschen.

Welche Erreger kommen vor, was ist der Unterschied?

Verschiedene Viren- und Bakterienarten lösen Katzenschnupfen aus:

Im Prinzip ähneln sich die Krankheitsbilder sehr, meist wird Katzenschnupfen ohne genaue Bestimmung der Erreger je nach äußerem Krankheitsbild behandelt. Typisch sind Entzündung der Nasenschleimhaut (Nasenausfluss, Niesen), Augenbindehaut (verklebte, tränende Augen), Maulschleimhaut (wunde Stellen), Appetitverlust und Fieber.

Felines Calicivirus (FCV)

Über direkten Schleimhautkontakt mit virushaltigem Speichel oder auch Kot werden die Caliciviren übertragen. Drei bis fünf Tage nach der Ansteckung kommt es zum typischen Schnupfen mit Nasenausfluss, Niesen, Tränen, aber auch zu Fieber, wunden Stellen an Zunge und Maulschleimhaut. Um den vierten bis siebenten Tag breitet sich das Virus im gesamten Körper aus und kann naben Müdigkeit und Appetitverlust unter anderem eine Lungenentzündung mitverursachen, selten auch Lähmungen. Bereits nach wenigen Tagen kann das Calicivirus zum Tod der Katze führen (in 30-60% der Fälle). Bei trächtigen Katzen kann die Infektion eine Fehlgeburt auslösen.

Im besten Fall kommt es zur völligen Ausheilung, allerdings kann das Virus lebenslang im Körper verbleiben und wird mit dem Speichel und dem Kot ausgeschieden. Diese so genannten Dauerausscheider sind besonders für Jungtiere sehr gefährlich. In einigen Fällen kann das Virus nach längerer Zeit auch zu Nieren-, Gelenks- oder anderen Organschäden führen.

Zuverlässigen Schutz vor felinen Caliciviren bietet die Impfung. Menschen können sich nicht anstecken.  

Felines Herpesvirus-1 (FHV-1), auch "felines Rhinotracheitisvirus"

Diese Erreger werden praktisch ausschließlich über direkten Kontakt mit erregerhältigem Speichel, Nasensekret oder Tränenflüssigkeit übertragen.

Zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung kommt es zu starkem Schnupfen mit starkem Nasenausfluss und Tränen, Husten, Appetitverlust. Unbehandelt kann es zu Entzündung des ganzen Auges kommen, was zur Erblindung führt. Unbehandelt können die Viren an der Nase solche Schäden hinterlassen, dass in der Folge chronischer Schnupfen bestehen bleiben kann. Bei trächtigen Katzen kann die Infektion eine Fehlgeburt auslösen. Manchmal kommt es bei Katzenwelpen zu einer schweren Herpes-Lungenentzündung.

Das Virus bleibt nach der Ausheilung meist lebenslang im Körper, die betroffenen Tiere bleiben dann oft lebenslang ansteckend. Zuverlässigen Schutz vor Ausbruch dieser Krankheit bietet die Impfung. Menschen können sich nicht anstecken.

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Chlamydophila felis

Dieses Bakterium löst vor allem bei jungen Kätzchen sehr schmerzhafte oft eitrige Augenentzündungen aus. Krankheitszeichen sind hierbei vor allem geschwollene Augenbindehäute, (eitrigem) Tränen und Lichtscheu (Zusammenkneifen der Augen). Außerdem kommt es zu Nasenlaufen und Niesen.

Achtung - eine Übertragung von Chlamydophila felis auf Menschen und auch andere Tiere ist möglich!

In Österreich gibt es derzeit einen 5-fach-Impfstoff (Fevaxyn Pentofel©), der auch vor Chlamydophila felis schützt

Bordetella bronchiseptica

Dieses Bakterium kann entweder als direkter Erreger eines Katzenschnupfens auftreten, oder es kommt erschwerend zu einer der oben erwähnten Virenerkrankungen hinzu. Es kommt zu Schnupfen, Tränen, Fieber, Appetitverlust, Husten. Selten kann es auch zur Lungenentzündung und zu Atembeschwerden entstehen.

Eine Impfung gegen diese Bakterien gibt es noch nicht, außerdem können sich neben Katzen auch andere Tiere wie Hunde, Schweine und Kaninchen anstecken. Auch der Mensch kann sich in sehr seltenen Fällen anstecken und eine Bronchitis bekommen. Eine konsequente Behandlung durch den Tierarzt ist sehr wichtig.

Mycoplasma felis

Diese Bakterien befallen bei direktem Kontakt mit erkrankten Katzen Augen und Nase und führen ebenfalls zu Schnupfen und Bindehautentzündung, wobei nicht bekannt ist, ob sie dies alleine verursachen können oder nur andere Schnupfenformen begleiten und damit erschweren.

Eine Impfung gegen diese Bakterien gibt es noch nicht. Es wird angenommen, dass diese Erreger in seltenen Fällen auf Menschen übertragen werden können. Eine konsequente Behandlung durch den Tierarzt ist sehr wichtig.

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Wie kann ich meine Katze vor Katzenschnupfen schützen?

Katzenschnupfen ist sehr häufig, die Erreger sind weit verbreitet. Bei Haltung vieler Katzen auf engem Raum kommt es deutlich häufiger zur Ansteckung. Besonders gefährdet sind Jungtiere. Lassen sie ihre Katzen daher ausreichend impfen und im Fall einer Erkrankung konsequent durch ihren Tierarzt behandeln.

Falls sie eine chronisch an Schnupfen erkrankte Katzen halten und planen, weitere Katzen dazuzunehmen, lassen sie bitte ihre erkrankten Tiere vorher tierärztlich untersuchen und die neuen Tiere rechtzeitig impfen.

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